Die österreichische Vignette: Wo Sie sie kaufen, wie Sie sie anbringen und was sie kostet

Markus Feldmann

Markus Feldmann

24 Juni 2026

9 Minuten Lesezeit
Die österreichische Vignette: Wo Sie sie kaufen, wie Sie sie anbringen und was sie kostet

Die österreichische Vignette: Wo Sie sie kaufen, wie Sie sie anbringen und was sie kostet

Wer mit dem Auto durch Österreich reist, kommt an ihr nicht vorbei: der Vignette. Sie ist die Eintrittskarte für Autobahnen und Schnellstraßen der Alpenrepublik und seit Jahrzehnten fester Bestandteil des österreichischen Mautsystems. Doch gerade für Erstbesucher, Durchreisende oder Gelegenheitsfahrer wirft das Thema viele Fragen auf: Wo kaufe ich die Vignette? Welche Variante ist die richtige? Und was passiert, wenn ich ohne Vignette erwischt werde? In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen – Schritt für Schritt, praxisnah und aktuell.


Was ist die österreichische Vignette und warum brauche ich sie?

Die Vignette ist eine zeitabhängige Mautgebühr, die für die Benutzung von Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich erhoben wird. Betrieben wird das System von der ASFINAG (Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft), die für den Bau, die Erhaltung und den Betrieb des österreichischen Autobahnnetzes verantwortlich ist.

Für wen gilt die Vignettenpflicht?

Die Vignettenpflicht gilt für alle Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht, also:

    • PKW und Kombis
    • Motorräder (eigene, günstigere Vignette)
    • Wohnmobile bis 3,5 Tonnen
    • Kleinbusse und Transporter bis 3,5 Tonnen
    Wichtig: Fahrzeuge über 3,5 Tonnen unterliegen der streckenbezogenen Maut über die sogenannte GO-Box und benötigen keine Vignette.

    Wer ohne gültige Vignette auf mautpflichtigen Strecken unterwegs ist, riskiert eine Ersatzmaut von 120 Euro – bei Nichtbezahlung kann eine Anzeige mit Strafen von bis zu 3.000 Euro folgen.


    Welche Vignettenarten gibt es?

    Seit 2018 bietet die ASFINAG zwei gleichwertige Varianten an: die klassische Klebevignette und die digitale Vignette. Beide sind in verschiedenen Gültigkeitszeiträumen erhältlich.

    1. Die Klebevignette

    Die traditionelle Klebevignette ist ein physisches Produkt, das an der Windschutzscheibe angebracht wird. Sie ist sofort nach dem Kauf gültig und wird bei Kontrollen visuell oder elektronisch erfasst.

    Vorteile:

    • Sofort gültig nach korrektem Anbringen

    • Kein Registrierungsprozess notwendig

    • Ideal für spontane Reisen


    Nachteile:
    • Muss korrekt aufgeklebt werden (sonst ungültig!)

    • Nicht übertragbar auf ein anderes Fahrzeug

    • Kann bei unsachgemäßer Entfernung die Scheibe beschädigen


    2. Die digitale Vignette (E-Vignette)

    Die digitale Vignette wird an das Kennzeichen des Fahrzeugs gebunden und ist vollständig papierlos. Sie wird online, per App oder an Verkaufsstellen erworben.

    Vorteile:

    • Kein Aufkleben notwendig

    • Kann bequem von zu Hause aus gekauft werden

    • Übertragbar bei Fahrzeugwechsel (unter bestimmten Bedingungen)

    • Ideal für Mietwagen und Firmenfuhrparks


    Nachteile:
    • Wird erst 18 Tage nach dem Kauf gültig (Konsumentenschutzfrist)

    • Erfordert korrekte Eingabe des Kennzeichens


    Tipp: Planen Sie Ihre Reise rechtzeitig! Die 18-Tage-Frist der digitalen Vignette ist der häufigste Stolperstein. Kaufen Sie die E-Vignette mindestens drei Wochen vor Reiseantritt.


    Was kostet die Vignette? – Aktuelle Preise im Überblick

    Die Vignettenpreise werden jährlich von der ASFINAG angepasst. Hier finden Sie die gängigen Preiskategorien (Stand 2024):

    Preise für PKW (einspurige Fahrzeuge in Klammern)

    | Gültigkeitsdauer | PKW | Motorrad |
    |—|—|—|
    | Jahresvignette | 96,40 € | 38,20 € |
    | 2-Monats-Vignette | 29,00 € | 14,50 € |
    | 10-Tages-Vignette | 9,90 € | 5,80 € |
    | 1-Tages-Vignette (digital) | 8,60 € | 4,30 € |

    Welche Vignette lohnt sich für wen?

    • 10-Tages-Vignette: Perfekt für den Kurzurlaub oder die Durchreise nach Italien, Kroatien oder Slowenien.
    • 2-Monats-Vignette: Ideal für längere Urlaube oder regelmäßige Grenzpendler.
    • Jahresvignette: Lohnt sich für alle, die häufig in Österreich unterwegs sind – bereits ab etwa sieben Fahrten pro Jahr rechnet sie sich.
    • 1-Tages-Vignette (nur digital): Die günstigste Option für eine einmalige Durchfahrt.
    Rechenbeispiel: Wer dreimal im Jahr für jeweils 10 Tage nach Österreich fährt, zahlt mit drei 10-Tages-Vignetten insgesamt 29,70 €. Die 2-Monats-Vignette wäre mit 29,00 € bereits günstiger – und die Jahresvignette mit 96,40 € erst ab der vierten Reise sinnvoll.

    Wo kann ich die Vignette kaufen?

    Die österreichische Vignette ist an zahlreichen Verkaufsstellen erhältlich – sowohl physisch als auch digital.

    Physische Verkaufsstellen (Klebevignette & digitale Vignette)

    • Tankstellen in Österreich und in grenznahen Gebieten der Nachbarländer (Deutschland, Italien, Schweiz, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Slowakei)
    • ADAC-Geschäftsstellen und ÖAMTC-Stützpunkte
    • Trafiken (österreichische Tabakläden) und Postämter
    • Mautstellen an der Grenze (z. B. am Brenner)
    • Raststätten entlang der Autobahnen

    Online-Kauf (nur digitale Vignette)

    • ASFINAG-Webshop: [shop.asfinag.at](https://shop.asfinag.at) – die offizielle und sicherste Quelle
    • ASFINAG-App: Verfügbar für iOS und Android
    • Partnershops: Einige Automobilclubs bieten den Kauf über ihre Plattformen an
    Warnung: Kaufen Sie die Vignette ausschließlich über offizielle Kanäle! Es gibt zahlreiche unseriöse Drittanbieter-Websites, die überhöhte Preise verlangen oder gefälschte Vignetten verkaufen. Achten Sie immer auf die Domain asfinag.at.

    Schritt-für-Schritt: Online-Kauf der digitalen Vignette

    1. Besuchen Sie den ASFINAG-Webshop oder öffnen Sie die App
    2. Wählen Sie die gewünschte Gültigkeitsdauer
    3. Geben Sie Ihr Kennzeichen und das Zulassungsland ein
    4. Überprüfen Sie alle Angaben sorgfältig – ein Tippfehler macht die Vignette ungültig!
    5. Wählen Sie die Zahlungsmethode (Kreditkarte, PayPal, eps, Sofortüberweisung)
    6. Schließen Sie den Kauf ab und speichern Sie die Bestätigung
    7. Beachten Sie die 18-Tage-Frist bis zur Gültigkeit

    Wie bringe ich die Klebevignette richtig an?

    Das korrekte Anbringen der Klebevignette ist entscheidend – eine falsch angebrachte Vignette gilt als ungültig und kann zu Strafen führen.

    Anleitung zum Anbringen

    1. Reinigen Sie die Innenseite der Windschutzscheibe an der vorgesehenen Stelle gründlich mit einem Glasreiniger
    2. Trennen Sie die Vignette von der Trägerfolie. Dabei wird die Vignette automatisch perforiert – das ist ein Sicherheitsmerkmal
    3. Kleben Sie die Vignette auf die Innenseite der Windschutzscheibe, und zwar:
    – Bei PKW: links oben (Fahrerseite) oder hinter dem Rückspiegel – Bei Motorrädern: auf ein nicht austauschbares Fahrzeugteil (z. B. Gabelholm oder Tank)
    1. Drücken Sie die Vignette fest an, damit sie vollflächig haftet
    2. Entfernen Sie keine Teile der Vignette und manipulieren Sie sie nicht

    Häufige Fehler beim Anbringen

    • ❌ Vignette auf die Außenseite der Scheibe kleben
    • ❌ Vignette auf eine getönte Folie kleben (muss auf dem Glas haften)
    • ❌ Vignette nicht vollständig aufkleben oder nur teilweise andrücken
    • ❌ Die Perforation beschädigen oder die Vignette zerschneiden
    • ❌ Eine gebrauchte Vignette von einem anderen Fahrzeug übertragen
    Merke: Die Vignette muss so angebracht sein, dass sie von außen gut sichtbar und von innen kontrollierbar ist. Die Perforation und die Sicherheitsmerkmale müssen intakt sein.

    Sondermautstrecken: Wo die Vignette nicht reicht

    Auch mit einer gültigen Vignette gibt es in Österreich einige Streckenabschnitte, für die eine zusätzliche Maut erhoben wird. Diese sogenannten Sondermautstrecken betreffen vor allem Tunnel und Passstraßen:

    • Brenner Autobahn (A13): Sondermaut zwischen Innsbruck und dem Brennerpass
    • Tauern Autobahn (A10): Tauern- und Katschbergtunnel
    • Pyhrn Autobahn (A9): Bosruck- und Gleinalmtunnel
    • Arlberg Schnellstraße (S16): Arlbergtunnel
    • Karawanken Autobahn (A11): Karawankentunnel (Grenze Slowenien)
    Die Maut für diese Strecken wird separat an Mautstationen bezahlt – entweder bar, mit Karte oder über die Videomaut der ASFINAG.
    Tipp für Sparfüchse: Prüfen Sie vor der Reise, ob Ihre Route über eine Sondermautstrecke führt. Manchmal lohnt sich ein kleiner Umweg über Landstraßen – besonders bei kurzen Distanzen.

    Kontrolle und Strafen: Was passiert ohne Vignette?

    Die ASFINAG kontrolliert die Vignettenpflicht mit stationären und mobilen Kameras sowie durch Kontrollorgane vor Ort. Das System ist hochmodern und erfasst Kennzeichen automatisch.

    Mögliche Konsequenzen

    | Verstoß | Konsequenz |
    |—|—|
    | Keine Vignette | Ersatzmaut: 120 € (PKW) / 65 € (Motorrad) |
    | Manipulierte Vignette | Anzeige, Strafe bis 3.000 € |
    | Falsch angebrachte Vignette | Ersatzmaut: 120 € |
    | Falsches Kennzeichen (digital) | Ersatzmaut: 120 € |

    So vermeiden Sie Probleme

    • Kaufen Sie die Vignette vor der Auffahrt auf die Autobahn
    • Kontrollieren Sie bei der digitalen Vignette das Kennzeichen doppelt
    • Bewahren Sie den Kaufbeleg auf – er dient als Nachweis
    • Achten Sie auf das Ablaufdatum Ihrer Vignette
    • Bringen Sie die Klebevignette sofort und korrekt an

    Praktische Tipps für Ihre Reise nach Österreich

    Zum Abschluss haben wir die wichtigsten Praxistipps zusammengestellt, damit Ihre Fahrt durch Österreich reibungslos verläuft:

    • Frühzeitig planen: Kaufen Sie die digitale Vignette mindestens 18 Tage vor Reiseantritt oder greifen Sie zur sofort gültigen Klebevignette.
    • Grenznahe Tankstellen nutzen: Auf deutscher Seite bieten viele Tankstellen nahe
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